Einige Achtsamkeitsübungen zur Pandemie/ A few mindfulness exercises for the pandemic

1. Macht euch bewusst, dass Angst ein Phänomen ist, welches sich auf Körper und Geist auswirkt. Bekämpft sie nicht, noch schwelgt in ihr. Betrachtet Angstgedanken als bloße Gedanken, die wie Wolken durch den geistigen Himmelsraum ziehen. Betrachtet die körperlichen Empfindungen als bloße Empfindungen, als natürliche Gegebenheiten, Bestandteile der Natur. Atmet tief. Stellt euch vor, wie die Angst mit jeder Ausatmung euren Körper verlässt. Ruhe und Klarheit hingegen mit jedem Atemzug euren Körper und Geist erfüllt.

2. Entwicklt Achtsamkeit gegenüber dem Drang, euch ständig ins Gesicht zu fassen. Versucht diesem Druck standzuhalten, haltet ihn aus (Vergegenwärtigt euch, wie es sich anfühlt, wenn der Impuls wieder versiegt, eure Aushaltekraft damit gestärkt wird und es so beim nächsten Mal immer leichter wird). Seid achtsam beim 20-sekündigen Händewaschen: Z.B. könntet ihr dabei folgendes innerlich rezitieren: 1-Buddho, 2-Buddho, 3-Buddho bis hinzu 10-Buddho, danach wieder zurück von 10- Buddho, 9-Buddho und so weiter wieder bis 0. Haltet den geforderten körperlichen Abstand zu anderen Person ein. Seid euch den Abstandsregeln stets bewusst.

3. Baut euer Achtsamkeitsvermögen als persönliche innere Zuflucht immer weiter aus, indem ihr täglich eine Routine aus Chanting und Meditation aufrecht erhält. Pāli-Verse in voller Bewusstheit zu rezitieren hat eine beruhigende Wirkung auf den Geist. Chanting in deutscher Übersetzung hilft uns, essentielle Themen zur Reflexion in den Geist zu rufen, die aufmunternd und weise sind. Meditation hilft uns dabei, eine stille Oase innerer Ruhe zu schaffen inmitten der Konfusionen des täglichen Lebens.

4. Seid euch auch der Furcht der Kinder gewahr. Erklärt ihnen den Virus so gut ihr könnt und ermutigt sie dabei, Fragen zu stellen. Lasst sie spüren, dass ihre Sicherheit euer größtes Anliegen ist. Achtet darauf, was und auf welche Weise ihr in der Gegenwart von Kindern über den Virus spricht.

5. Entwickelt mehr Achtsamkeit im Umgang mit sozialen Medien. Legt eurem Nachrichtenkonsum Beschränkungen auf. Sich ein- bis zweimal am Tag zu informieren, reicht völlig aus.  Vermeided es, unverlässlichen Quellen in sozialen Medien Aufmerksamkeit zu schenken, da sie oft nur Ängste schüren oder von diversen Wundermitteln berichten (dies alles wird natürlich viel einfacher, wenn ihr erkennt, wie euer Geisteszustand direkt durch das beeinflußt wird, was ihr auf eurem Bildschirm konsumiert). Falls ihr Kinder habt, sorgt dafür, dass sie dahingehend gleichermaßen geschützt und eingeschränkt werden.

6. Macht euch das Leiden anderer bewusst. Seid nicht rücksichtslos im Umgang mit anderen. Seid nicht selbstsüchtig in der Benutzung wertvoller Ressourcen. Findet euch mit Gleichgesinnten zusammen und helft und unterstützt die Älteren und Personen aus Risikogruppen oder Kinder, die am hungern sind.

7. Nutzt diese Gelegenheit mit Achtsamkeit, um eine wertvolle Zeit mit eurer Familie zu verbringen.

Ajahn Jayasaro

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